Ultraschallreiniger Konzentrat richtig dosieren

Ein Ultraschallreiniger kostet heute keine 60 Euro mehr und steht deshalb in immer mehr Haushalten. Was viele unterschätzen: Das Gerät macht nur den halben Job. Ob am Ende etwas sauber wird - oder Schaden nimmt - hängt vor allem davon ab, was du hineinlegst und was im Wasser ist.

Wie ein Ultraschallbad überhaupt arbeitet

Im Boden der Wanne sitzen Schwinger, die das Wasser mit sehr hoher Frequenz in Bewegung versetzen. Dabei entstehen und kollabieren unzählige mikroskopisch kleine Blasen - das nennt sich Kavitation. Jede dieser Blasen setzt beim Zusammenfallen einen winzigen Energiestoß frei, der Schmutz von der Oberfläche löst.

Der große Vorteil: Das passiert überall dort, wo Flüssigkeit hinkommt. Also auch in Kettengliedern, unter Edelsteinfassungen, in Gewinden und Bohrungen - an Stellen, die du mit keiner Bürste erreichst.

Der Haken: Reines Wasser hat eine hohe Oberflächenspannung und kommt eben nicht überall hin. Und Fett löst sich in Wasser nicht. Deshalb bringt ein Ultraschallbad mit klarem Leitungswasser deutlich weniger, als das Gerät könnte.

Warum das Konzentrat den Unterschied macht

Ein passender Reinigungszusatz macht zwei Dinge: Er senkt die Oberflächenspannung, damit die Flüssigkeit wirklich in jede Ritze läuft, und er hält gelösten Schmutz in Schwebe, damit er sich nicht sofort wieder absetzt.

Unser Ultraschallreiniger-Konzentrat ist genau dafür gemacht. Dosierung: ein Teelöffel auf 100 ml Wasser, bei Bedarf bis 1:40 verdünnt, für hartnäckige Fälle auch pur. Es ist alkoholfrei und nicht brennbar - ein Punkt, der bei Ultraschallgeräten mit Heizfunktion nicht unwichtig ist.

Für zwei Bereiche gibt es eigene Rezepturen: das Dental-Konzentrat für Prothesen, Zahnspangen und Aufbissschienen und den Schmuckreiniger.

Was problemlos ins Ultraschallbad darf

  • Brillen aus Glas und Kunststoff, inklusive Metall- und Kunststofffassungen
  • Schmuck aus Gold, Platin, Edelstahl, Titan und Silber
  • Münzen - mit einer Einschränkung, siehe unten
  • Uhrenarmbänder aus Metall (das Uhrwerk selbst nur, wenn es ausdrücklich wasserdicht ist)
  • Zahnersatz, Prothesen, Aufbissschienen, Retainer
  • Kleinteile aus Metall: Schrauben, Düsen, Vergaserteile, Werkzeugeinsätze, Lagerteile
  • Rasierköpfe, Kamm, Bürsten, Pinsel
  • Glas, Keramik, Porzellan
  • 3D-Druck-Teile zum Entfernen von Stützmaterial und Harzresten

Was du besser draußen lässt

Weiche und poröse Edelsteine

Das ist der häufigste teure Fehler. Opal, Perle, Koralle, Bernstein, Malachit, Lapislazuli, Türkis, Smaragd und generell alles Poröse oder Gefüllte gehört nicht ins Ultraschallbad. Perlen verlieren ihre Schicht, Opale können reißen, und Smaragde sind fast immer mit Öl oder Harz behandelt - das wird herausgelöst.

Auch bei geklebten Fassungen ist Vorsicht geboten: Wenn ein Stein nicht gefasst, sondern geklebt ist, löst der Ultraschall gerne die Klebung.

Sammlermünzen

Gebrauchsmünzen: kein Problem. Sammlerstücke: auf keinen Fall. Die natürliche Patina ist ein Teil des Werts, und die ist danach weg.

Alles mit Elektronik

Handys, Kopfhörer, Fernbedienungen, Platinen aus Geräten, die noch laufen sollen. Ausgebaute Platinen zur Reinigung sind ein Spezialfall für Leute, die wissen, was sie tun.

Weichmetalle und Beschichtungen

Aluminium reagiert empfindlich auf alkalische Reiniger, vergoldete oder rhodinierte Oberflächen können bei langer Behandlung leiden. Kurze Zyklen, mildes Mittel, und im Zweifel vorher an einer unauffälligen Stelle testen.

Holz, Leder, Klebeverbindungen

Holz quillt, Leder wird hart, verleimte Teile gehen auf. Ein Uhrenarmband aus Leder lässt du also ab.

Brillengläser mit beschädigter Beschichtung

Intakte Entspiegelungen halten Ultraschall gut aus. Wenn die Beschichtung aber schon Risse hat, löst sich der Rest gerne weiter ab. Das ist dann allerdings kein Schaden des Geräts, sondern nur der Zeitpunkt, an dem der Vorschaden sichtbar wird.

Temperatur, Zeit und ein paar Handgriffe

  • Temperatur: 40 bis 50 °C sind der Sweet Spot. Wärmer löst besser, aber über 60 °C wird es für Kunststoffe und Beschichtungen kritisch. Wenn dein Gerät keine Heizung hat: lauwarmes Wasser einfüllen, das reicht.
  • Dauer: Brille 2 bis 3 Minuten, Schmuck 3 bis 5, stark verölte Metallteile 10 bis 15. Lieber zwei kurze Durchgänge als einer, der zu lang ist.
  • Nicht auf den Boden legen. Direkt auf den Schwingern ist die Belastung am höchsten. Nutze den Einhängekorb, oder hänge Schmuck an einem Draht ein.
  • Nicht überladen. Teile, die sich berühren, schirmen sich gegenseitig ab und schlagen aneinander.
  • Entgasen: Frisches Leitungswasser enthält gelöste Luft, die die Kavitation dämpft. Lässt du das Gerät vor dem ersten Teil zwei Minuten leer laufen, arbeitet es spürbar besser.
  • Nachspülen und trocknen. Nach dem Bad kurz unter klarem Wasser abspülen und mit einem weichen Tuch trocknen, sonst bleiben Wasserflecken.

Häufige Fragen

Kann ich einfach Spülmittel nehmen?

Spülmittel senkt zwar die Oberflächenspannung, schäumt aber stark - und Schaum dämpft den Ultraschall. Du verlierst also genau den Effekt, wegen dem du das Gerät gekauft hast. Auch Aceton, Benzin oder Spiritus gehören nicht in die Wanne: brennbar und für die Dichtungen schädlich.

Wie oft muss ich das Wasser wechseln?

Sobald es sichtbar trüb ist. Der gelöste Schmutz setzt sich sonst wieder ab. Bei stark verschmutzten Teilen also nach jedem Durchgang.

Darf meine Armbanduhr rein?

Das Metallarmband ja. Das Gehäuse nur, wenn die Uhr ausdrücklich wasserdicht ist - und selbst dann bleibt ein Restrisiko, weil Dichtungen altern. Bei einer wertvollen Uhr: lieber nicht.

Wird mein Silberschmuck wieder glänzend?

Ultraschall entfernt Schmutz und Fett, aber keinen Anlauf. Silberanlauf ist eine chemische Verbindung auf der Oberfläche - dafür brauchst du ein Silberbad oder ein Poliertuch.

Was ist mit Zahnspangen und Retainern?

Die gehören zu den dankbarsten Anwendungen überhaupt. Nimm dafür das Dental-Konzentrat und spüle nach der Reinigung gründlich mit klarem Wasser nach.


Passend dazu: alle Ultraschall-Konzentrate und der Ratgeber Brille richtig reinigen.

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